Weltkirche
Fachteam Frieden - Gerechtigkeit - Bewahrung der Schöpfung - Weltkirche
Leitung: Christoph Hof


Alexander Just

Ökumenischer Fair Trade Gottesdienst am 20.09.2026 in Linz / Rhein

Am Sonntag, 20. September, fand in der St. Martin Kirche Linz ein gut besuchter Ökumenischer Gottesdienst statt, der dem Gedanken des fairen Handels gewidmet war.
Thema der diesjährigen Fairen Woche ist unter anderem die Beschäftigung von Frauen in der Landwirtschaft. In den Fürbitten wurde daher die Bitte ausgesprochen, dass der Beitrag der Frauen in den Familien und Gemeinschaften weltweit geschätzt und gefördert wird und dass die Verantwortlichen das Wohl der Menschen im Blick behalten sowie Strukturen des Friedens und der Gerechtigkeit schaffen.
Gestaltet wurde der Ökumenische Gottesdienst von Pfarrer Christoph Schwaegermann für die evangelische Trinitatis Kirchengemeinde, Pastoralreferent Christoph Hof und Pastoralassistentin Hannah Theus für die katholische Kirchengemeinde sowie dem Vorsitzenden des Vereins Eine-Welt Linz e.V., A.-Peter Gillrath.
Von der evangelischen Trinitatis Kirchengemeinde, der katholischen Kirchengemeinde sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Weltladens, der Fair Trade Steuerungsgruppe und der evangelischen freikirchlichen Gemeinde wurden Fürbitten vorgetragen sowie Produkte aus Fairem Handel und ihre Produzentinnen vorgestellt.
Mit dem gemeinsamen Vaterunser, dem Segen durch Pfarrer Schwaegermann und Pastoralreferent Hof sowie der Einladung zu einem gemeinsamen Umtrunk am Ausgang der Kirche endete der Ökumenische Gottesdienst. Die Türkollekte wird gespendet für ein Schul- und Aufforstungsprogramm auf Madagaskar.
PM Eine-Welt LInz e.V., Hans-Joachim Schmitz
Bolivienpartnerschaftswoche 2026: "Aus Liebe handeln - auf Gottes Gerechtigkeit vertrauen"

Während der Bolivien-Partnerschaftswoche 2026 beschäftigen wir uns mit verschiedenen Aspekten von Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Für Bolivien lautet das Motto “Caridad en acción, justicia en el corazón” (Übersetzt: „Nächstenliebe in Aktion, Gerechtigkeit im Herzen“). Nächstenliebe und Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen. Aber wie können wir als Christinnen und Christen beides umsetzen in einer Zeit, die von Unsicherheiten und von zunehmender Fokussierung auf das eigene Wohlergehen geprägt ist?
In unserer Gesellschaft hängen soziale Anerkennung, Freiheiten und gesellschaftliche Teilhabe oft eng mit beruflichem Erfolg zusammen. Gleichzeitig wird der Zugang zu sinnstiftender und gut bezahlter Arbeit immer schwieriger. Der christliche Glaube erinnert daran, dass die Würde des Menschen nicht von Leistung oder wirtschaftlichem Nutzen abhängt, sondern jedem Menschen von Gott zugesprochen ist.
Ein weiterer Schwerpunkt der Partnerschaftswoche beschäftigt sich mit einem Beispiel gelebter Nächstenliebe im Alltag. Was heißt es, den Nächsten zu lieben? Wo können wir Solidarität zeigen und Menschen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind? Und was unterscheidet Nächstenliebe aus einer christlichen Motivation heraus von Formen institutionalisierter Fürsorge?
Seine Gegner zu lieben, bleibt ein aktuelles Thema und eine Herausforderung mit Blick auf den Ukraine-Krieg auf europäischem Boden und mit Blick auf einen immer schärfer werdenden Ton in öffentlichen Debatten. Wir fragen am Beispiel der Gefängnisseelsorge nach, wie Versöhnung funktioniert und welche Fragen, Wünsche und Hoffnungen Menschen beschäftigen, die nach einer Straftat in die Gesellschaft zurückkehren wollen.


Weitere Informationen
Arbeitskreis "Caminando juntos - für eine gerechte Welt" im Pastoralen Raum Neuwied
Pastoralreferent Christoph Hof, Telefon: 0178 / 344 56 14, E-Mail: christoph.hof@bistum-trier.de
Bolivien-Abend in Linz mit Herbert Irahola aus La Paz

Im Rahmen der Bolivien-Partnerschaftswoche 2024 war Herbert Irahola aus La Paz zu Gast in Linz / Rhein. Er berichtete über die aktuelle Situation in Gesellschaft und Kirche Boliviens. Prof. Dr. Rochus Allert, Peter Gillrath (Eine-Welt-Laden Linz) und Christoph Hof (Pastoralreferent Pastoraler Raum Neuwied) hatten den Abend mit Gottesdienst, Vortrag und Begegnung in der Linzer St.-Martin-Kirche vorbereitet. Beate Zwick (AK Bolivien im Pastoralen Raum Neuwied) fungierte als Dolmetscherin.
Herbert Irahola von der Fundación Jubileo in la Paz

Herbert Irahola arbeitet in La Paz für die Fundación Jubileo, eine politische Stiftung in kirchlicher Trägerschaft. Die Stiftung veröffentlicht unter anderem zur Situation der Menschenrechte, fossilen und erneuerbaren Energien, Auslandsverschuldung und Umweltschutz und bietet Bildungsveranstaltungen an. Sie ist Teil der Partnerschaft zwischen der Bolivianischen Kirche und den deutschen Diözesen Trier und Hildesheim.
Schwerpunktthema von Herbert Irahola, der seit vielen Jahren bei der Fundación Jubileo arbeitet, ist neben den Themen Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft die politische Bildung für junge Menschen.
Zur aktuellen Situation in Bolivien
Politisch befindet sich Bolivien aktuell in einer umfassenden Krise.
Nur 20% der Bevölkerung hat Vertrauen in die politischen Parteien (Latinobarómetro 2020); nur 25% in die Justiz. Die Korruption in schwachen Institutionen ist hoch: im Korruptionswahrnehmungsindex (Transparency International 2021) liegt Bolivien auf Platz 128 von 180 Ländern. Ausgeprägte Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anhängern der regierenden MAS-Partei und der Opposition führen zu einer starken Polarisierung der Bevölkerung. 70% nimmt das Land als gespalten wahr (Encuesta de Opinión Pública 2021).
Boliviens Wirtschaft ist abhängig vom Extraktivismus.
Der Sektor stellt 15% des Bruttoinlandsprodukt und 70% der Exporte. Weil der Export fossiler Brennstoffe stark abgenommen hat, droht die Rückkehr der Armut. Schon während der Coronapandemie-ist die Armutsquote von 34% (2019) auf 39% (2020) gestiegen. Manche Bolivianer*innen befürchten, dass die zur Zeit noch moderate Inflation steigen könnte.
Statt weiterhin auf die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen zu bauen, die nicht nur im Fall des Goldabbaus zu großen Umweltschäden führt, braucht Bolivien Alternativen für eine nachhaltige Entwicklung: „grüne Wirtschaft“ (Erneuerbare Energien, nachhaltiger Tourismus), wirtschaftliche Diversifizierung und Schutz der Umwelt (Emissionen reduzieren und Ökosysteme erhalten).
Fast die Hälfte der ungefähr 11,8 Millionen Einwohner Boliviens ist unter 25 Jahre alt.
7 von 10 jungen Menschen leben in der Stadt, vor allem in den großen Metropolregionen Santa Cruz (jährliches Bevölkerungswachstum von 2.5%), La Paz und El Alto (zusammen ungefähr 2 Millionen Einwohner) und Cochabamba (1.3 Millionen Einwohner). Die Tendenz der Land-Stadt-Migration hat sich in den letzten 2 Jahrzehnten beschleunigt.
Die Alphabetisierungsrate der 15-24 Jährigen ist in den letzten Jahren auf 99% gestiegen. 85 % der Schüler*innen besuchen eine weiterführende Schule. Allerdings ist der Übergang in eine gesicherte berufliche Zukunft schwierig. Nur 25% der jungen Menschen haben Zugang zu Arbeitsplätzen mit sozialer Absicherung. Im informellen Sektor arbeiten 75% der Bevölkerung.
Dementsprechend sind 75% der jungen Bolivianer*innen besorgt wegen fehlender Jobmöglichkeiten und um die wirtschaftliche Stabilität.65% der jungen Menschen machen sich Sorgen wegen des Klimawandels und um die Umwelt. 60% zeigen Misstrauen in die politischen Institutionen und in Wahlprozesse.
Bolivien gehört zu den 10 Ländern weltweit mit der größten Biodiversität.
Das Land erstreckt sich über drei Vegetationszonen: die kalte Hochlandzone der Andenregion und dem Altiplano in Höhen von über 3.000 Metern, den gemäßigten Hochtälern („Valles“) und den tropischen Tiefland.
Bolivien gehört zu den vom Klimawandel stark betroffenen Ländern.
Die durchschnittliche Temperatur erhöhte in den letzten Jahrzehnten um 0.5°C. Von Überschwemmungen und Dürren waren zwischen 2015 und 2020 mehr als 300.000 Menschen betroffen.
Allein in diesem Jahr wurden in Bolivien vier Millionen Hektar Wald durch Brände vernichtet. Das entspricht ungefähr der doppelten Größe der Schweiz. Die Waldbrände betreffen vor allem das bolivianische Tiefland, am stärksten die Departemente Santa Cruz und Beni. Die Regierung hat im September 2024 deshalb den nationalen Notstand ausgerufen.






