Peter Dörrenbächer:Ein gutes neues Jahr

Das ist in diesen Tagen der wohl meist geäußerten Wünsch. Es ist Jahreswechsel. Objektiv gesehen verändert sich an diesem Tag nichts, außer der Jahreszahl im Datum. Es sind die gleichen Probleme und Fragen, die uns weiterhin beschäftigen, genau wie vor Neujahr. Und doch brauchen wir Menschen solche "Wendetage". Sie sind Gelegenheit zu Rückblick, Besinnung und Ausblick, oder einfach um ausgelassen zu feiern.
Doch eine Frage treibt mich um: Was macht ein Jahr zu einem "Guten"?
Die Politik verspricht Reformen, die alles verbessern sollen, je nach politischer Richtung sind die dann mehr oder weniger radikal. Dass sie wirklich alles verändern, glauben wahrscheinlich die wenigsten.
Bleibt die Hoffnung, dass die Menschheit umdenkt. Die Erhaltung von Natur und Umwelt wird von immer mehr Menschen als wirklich gefährdet gesehen. Und immer mehr begreifen, dass die Menschheit davon abhängig ist, wie die Umwelt bewahrt wird.
Viele sehnen sich nach weltweitem Frieden und dem Ende aller kriegerischen Auseinandersetzungen. Das Ergebnis der Bemühen ist aber eher bescheiden.
Was also macht ein Jahr zu einem guten Jahr?
Für mich ist das die Zuversicht, dass alles, was geschehen wird, gemeinsam getragen werden kann. Solidarität, Mitleiden mit Menschen in Not, ob materiell oder seelisch, und die Bereitschaft, sein Möglichstes zu tun, Anteil zu nehmen, zeichnet für mich die Spezies Mensch aus.
Und das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen, vom Besuch bei einer kranken Nachbarin bis zum aktiven Engagement in Organisationen und Gruppierungen, bis hin zum Spenden von Geld und anderen Sachen für Menschen, die dies brauchen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
In diesem Sinne wünsche ich ein wirklich gutes Jahr 2026.
Pfarrer Peter Dörrenbächer, Dekan Pastoraler Raum Neuwied