Annegret Schneider:Weinlese


Traube für Traube wird gelesen.
Behutsam gelöst, gesammelt, zusammengetragen.
Keine Traube füllt allein ein Fass.
Keine einzelne Frucht wird zum Wein.
Erst im Zusammenspiel entsteht etwas Neues.
Vielleicht ist es mit uns Menschen ähnlich.
Jede*r bringt Eigenes mit:
Begabungen und Erfahrungen, Freude und Hoffnung,
manchmal auch Müdigkeit und Zweifel.
Verschiedenes findet zusammen und darf sich ergänzen.
Jesus sagt: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben." (Joh 15,5)
Ein starkes Bild der Verbundenheit:
Viele Reben – getragen und genährt von derselben Kraft.
Was an verschiedenen Orten gereift ist, findet zusammen.
Geprägt von eigenem Boden, eigener Sonne, eigenem Regen.
Nichts davon geht verloren.
Und aus der Vielfalt reift Neues.
Vielleicht passt das auch zum Pastoralen Raum:
verwurzelt bleiben, zusammenwachsen und miteinander Frucht bringen.
