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Renate Schäning:Das Grundgesetz wird 75

Datum:
25. Mai 2024
Von:
Fixpunkt - Renate Schäning
Pfarrerin i.R. Renate Schäning

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Ich bin begeistert. Das Grundgesetz ist ein großartiges Werk.

Die Würde des Menschen an die erste Stelle einer Grundgesetzgebung zu stellen und damit als Maßstab für alles Folgende zu formulieren, ist nicht selbstverständlich. Es geht zunächst nicht um das Recht als solches oder um die Gleichheit aller Bürger*innen vor dem Gesetz, es geht um: Würde.

Mein Eindruck ist: Würde gehört zu den Worten, die jede und jeder versteht und gleichzeitig schwer erklären kann, was sie denn nun konkret heißt. Konkret wird es dann im Anwendungsfall; oder wenn sie fehlt, die Würde, das würdevolle Umgehen mit jemandem oder etwas.

Ohne Würde ist alles nichts.

Ich bin Christin. Ich verstehe Würde als etwas von Gott dem Menschen Geschenktes. Wie ein Siegel, das jeder Mensch hat. Manchmal ist es verborgen, aber Menschen sind Ebenbilder Gottes. So steht es am Anfang der Bibel. Keiner hat sich selbst gemacht. Die Geschichte Gottes mit den Menschen beginnt mit einem Versprechen: Du bist es wert. Du hast Würde und Freiheit. Du gehörst zu mir, sagt Gott – egal was du tust.

Ohne Zweifel ist die Welt voller Dunkelheit, Schmerz, und Verzweiflung. Ohne Zweifel, verdunkeln Menschen durch böses Handeln jedes Freie, Schöne und jedes Licht. Nur: Als Christin glaube ich, dass das nicht weggeht. Dass das Siegel nicht zu verlieren ist, dass es ein Licht gibt, das nicht zu löschen ist.

Niemand hat gesagt, das das einfach ist: Auszuhalten, dass auch der oder die Würde hat, der sich würdelos verhält. Ob politisch links oder rechts, ob Mitte, freiheitlich oder sozial, ob verwurzelt oder geflüchtet, ob Christ, Moslem oder Agnostiker, ob kriminell oder korrekt: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Das verteidigen wir, wenn wir unsere Demokratie verteidigen. Wir Christen und alle, die es aus ihrer Überzeugung auch tun, z. B. im Bündnis für Demokratie und Toleranz. Die Würde ist in Gefahr, deshalb: Tun wir etwas für die Würde!

Pfarrerin i. R. Renate Schäning